Italienische Wochen im Atelier – Franz von Assisi / Francesco di Bernardone

IMG_2811 IMG_2816IT`S SHOW – TIME    Italienische Wochen im Atelier Kreativ !  Eine grosse Ehre wurde mir zuteil, als ich die Kostüme zu dem Theaterstück  “ Bruder Feuer – Franz von Assisi “  schneidern durfte.  Sackkarrenweise wurden mir alle möglichen Stoffe, Gardinen, Wollstoffe, Stoffreste etc.  in mein kleines Atelier geliefert. Die Auswahl der gespendeten Stoffe war riesig. Zeitvorgabe : 3 Wochen für 15 Gewandungen. Das heißt Bücher wälzen, Bilder sichten und Schnitte erstellen. Reiche und prächtig aussehende Kostüme sollten es werden. Und dann erfuhr ich, dass sogar unsere Bürgermeisterin und div. Landräte an dem Stück beteiligt sind und sich zum Maßnehmen bei mir einfinden. Jetzt hieß es Gas geben ! Die Mode im 13. Jahrhundert war nicht all zu verspielt und schnitttechnisch eher einfach gehalten, sodaß die ersten Entwürfe schon nach ein paar Tagen auf den Bügeln hingen.  Das eigentliche Problem lag in der Stoffmenge: Habe ich 4 Meter Stoff am Stück, werden die Teile einzeln zugeschnitten und verarbeitet. Ich hatte aber lediglich da mal 2 Meter und da mal einen Streifen von 80 cm Breite, dafür aber 2,5 Meter lang. Da wurde meine ganze Kreativität gefordert. Die Mönchsrobe mit einer grobwollenen Gugel war im Nu fertig. Schwieriger gestaltete sich das Gewand des reichen Sohnes Francesco, bevor er Mönch wurde. Als Vorgabe hatte ich einen jungen Lebemann, einen italienischen Playboy, der gerne die Nacht zum Tag macht und das Geld des Vaters mit wilden Parties verzecht. Da die Mode damals mehrlagig war, ich aber dafür nicht genügend Meter an Stoffen hatte, setzte ich einen breiten, extravagant wirkenden Kontraststoff innen,in die Mitte des Gewandes, an. So sieht es aus, als ob Francesco zwei Gewänder übereinander trägt, was damals bei reichen und angesehenen Leuten üblich war. Mit den Ärmeln verfuhr ich genauso. So erzielt das Gewand einen ungeheuren Bühneneffekt. Behutungstechnisch war das 13. Jahrhundert eher schlicht und so griff ich in die Show-trick-Kiste, und verpasste Francesco einen Chaperon-ähnlichen Kopfputz aus dem gleichen Stoff wie die untere angesetzte Borte. Ein schlichter Ledergürtel rundete das Bild ab. Und da ich immer einen riesen Vorrat an Gold- und Silberborten habe, verpasste ich dem Gewand zum Schluss noch eine sehr auffällige Goldborte am Saum und an den Ärmeln. Et finito !  Et mille grazie a cross-over-team !
 
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